Polit-Treffs auf Gemeindeebene

Philippe Blatter, 25.01.2019

Gerade jungen Menschen fehlt es oft an der Begeisterung für und der Identifikation mit der Milizarbeit. Das soll sich mit der Einführung eines regelmässig stattfindenden Polit-Treffs an Schulen auf Gemeindeebene (unter Umständen auch Kantonsebene) und dem steten Austausch über die sozialen Netzwerke ändern. Im Fokus steht mithin der Gemeinderat mit seiner Gemeinde(-politik) – die Zitadelle unseres Gemeinwesens.
Um der schleichenden Erosion des Milizsystems Einhalt zu gebieten, ist auf der untersten, aber wichtigsten Stufe anzusetzen: der Gemeinde. Die Gemeinderäte sollen Schülern auf Primar- und Sekundarstufe Einblick in ihre Arbeit gewähren und glaubwürdig demonstrieren, dass sie an Jugendlichen als interessierte Bürger und Wähler ebenso interessiert sind wie an den Themen, die sie beschäftigen. Sie sollten sich darum bemühen, im Alltag der Jugendlichen in regelmässigen Abständen präsent zu sein. Dazu können sie zum einen über die sozialen Netzwerke Diskussionen und Austausche anbieten (hier empfehlen sich vor allem WhatsApp- oder Jodl-Gruppen für Textbeiträge oder aber Instagram für das Teilen aussagekräftiger Bilder). Zum anderen können Milizträger an den Schulen präsent sein, dem Ort, wo alle Jugendlichen anzutreffen sind. Im Vordergrund stehen nicht politische Debatten mit Parteivertretern oder solche, bei denen es um (inter-)nationale Politik geht; solche Formate gibt es bereits zu Genüge. Vielmehr lautet das Ziel: weniger Debatte, mehr Dialog! Die Polit-Treffs sollen interaktiv sein, sodass Jugendliche sich einerseits mit wichtigen Themen auf Gemeindeebene auseinandersetzen, andererseits ihre eigenen Anliegen vortragen und direkt mit den lokalen Entscheidträgern diskutieren können. Bestenfalls zeigen die Gemeinderäte, wie ihre Treffen und (Streit-)Gespräche erfolgen und v.a. wie Zukunftsprobleme der Gemeinde entscheidbar gemacht und sodann gelöst werden. Die Polit-Treffs könnten mit dem laufenden Unterricht (z.B. Heimatkunde) verknüpft werden. Ferner sollten Gemeinderäte regelmässig öffentliche Veranstaltungen zu Themen durchführen, die u.a. Jugendliche interessieren und – wo passend – die lokalen Vereine entsprechend einbeziehen.

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