Schweizerischer Gemeindeverband
Association des Communes Suisses
Associazione dei Comuni Svizzeri
Associaziun da las Vischnancas Svizras
Gemeinsam für starke Gemeinden
 
 
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Mit «in comune» die Partizipation fördern

Der SGV hat das Projekt «in comune» lanciert. Damit will er zusammen mit der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen die Partizipationsbereitschaft in den Gemeinden und gleichzeitig das Milizsystem stärken.

Q&A Projekt «in comune»

Was ist «in comune»?
«in comune» ist ein gemeinsames Projekt im Rahmen von «Citoyenneté» der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen (EKM) und des Schweizerischen Gemeindeverbandes (SGV) zur Förderung der Partizipation von breiten Bevölkerungsschichten in der Gemeinde. Bürgerinnen und Bürger sollen motiviert werden, sich aktiv mit ihrer Gemeinde auseinanderzusetzen, am Leben in der Gemeinde teilzuhaben und es aktiv mitzugestalten.
«in comune» steht im Italienischen gleichermassen für «gemeinsam» und «in der Gemeinde». Der Name unterstreicht die Hauptelemente unseres Projekts. Gemeinsam, das heisst quer durch alle Bevölkerungsschichten, auf lokaler Ebene mitwirken und die Entwicklung der Gemeinde mit gebündelter Kraft mitgestalten und vorantreiben.

Was bewegte uns zu «in comune»?
Gemeinden sehen sich immer häufiger mit der Situation konfrontiert, öffentliche Ämter nicht mehr vollständig oder nur noch in stillen Wahlen besetzen zu können. Der SGV setzt sich seit einiger Zeit mit der fehlenden Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Gemeindeleben auseinander und möchte nun mit dem konkreten Projekt «in comune» dem negativen Trend der abnehmenden Partizipation entgegenwirken.

Was erhoffen wir uns von «in comune»?
Im Projekt «in comune» sieht der SGV grosses Potenzial, mit innovativen Projekten breite Bevölkerungsschichten nachhaltig in die Gemeinde einzubeziehen. Primär zielt das Projekt auf eine Stärkung der Partizipation der Bevölkerung in der Gemeinde. Insbesondere MigrantInnen, aber beispielsweise auch Jugendliche sollen einfacheren Zugang zum Gemeindeleben erhalten und die Zukunft ihrer Wohngemeinde aktiv mitgestalten können. In der Schweiz wie auch im Ausland sind bereits Partizipationsprojekte am Laufen.
So zum Beispiel «usegstuehlet» in Herisau AR. Während eines Tages im Jahr werden in Herisau Strassen und Plätze zum Treffpunkt aller EinwohnerInnen. Jede und jeder HerisauerIn kann eine Ecke Herisaus zu einem Café, einem Spielplatz, einem Konzert etc. umwandeln, den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. So kommen die HerisauerInnen miteinander ins Gespräch, tauschen sich aus und lernen einander und verschiedene Kulturen kennen.
Solche Projekte und ihre Wirkung wollen wir sichtbar machen und andere Gemeinden motivieren, sich zu informieren und selber Projekte ins Leben zu rufen. Sozusagen als Nebenprodukt des grösseren Interesses der Bevölkerung an der Gemeinde erhoffen wir uns langfristig aber auch eine höhere politische Partizipation und eine Stärkung des Milizsystems.

Wie läuft «in comune» ab?
Das Projekt besteht aus zwei Komponenten: Auf der einen Seite werden konkrete Projekte erarbeitet, getestet und ausgewertet, auf der anderen Seite wird eine Datenbank mit bereits durchgeführten Partizipationsprojekten aufgebaut, sodass sich Interessierte genauer informieren können.

Projekte testen und umsetzen
Zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 werden in einer Begleitgruppe - bestehend aus VertreterInnen der Testgemeinden, SpezialistInnen aus dem Bereich Partizipation auf lokaler Ebene und VertreterInnen verschiedener Bevölkerungsgruppen, EKM und SGV - Projekte zur Förderung der Partizipation erarbeitet. Im Anschluss testen die Gemeinden während eines Jahres (März 2017 bis Februar 2018) mit Unterstützung der Begleitgruppe die Projekte. Nach Abschluss der Testphase nehmen die Testgemeinden gemeinsam mit dem SGV eine Evaluation der Projekte vor. Ziel ist, einfache, wirksame und nachhaltige Projekte zu entwickeln/zu erarbeiten, so dass sie die finanziellen wie auch personellen Ressourcen der Gemeinden nicht übermässig beanspruchen und auch über die Testphase hinaus in den Gemeinden bestehen bleiben.

Datenbank aufbauen und Gemeinden in ihren Projekten unterstützen
Unabhängig der getesteten Projekte und der Begleitgruppe baut der SGV auf in-comune.ch eine Beispielsammlung auf. Die Datenbank katalogisiert Partizipationsprojekte auf lokaler Ebene aus dem In- und Ausland und ermöglicht so interessierten Gemeinden Inspiration und einen einfachen Zugang zu Best-Practice-Beispielen. Gleichzeitig ist der SGV Ansprechpartner für Personen, die sich in ihrer Gemeinde um mehr Partizipation bemühen. Er steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Wie können Sie mitmachen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, beim Projekt «in comune» mitzuwirken. Wenn Sie in Ihrer Gemeinde Potenzial für ein Partizipationsprojekt sehen und mit der Begleitgruppe ein auf Ihre Gemeinde zugeschnittenes Projekt erarbeiten möchten, können Sie sich als Testgemeinde bei uns melden. Wenn Sie sich inspirieren lassen möchten von anderen Projekten, stöbern Sie auf in-comune.ch und suchen nach dem passenden Projekt für Ihre Gemeinde. Vielleicht haben Sie in Ihrer Gemeinde bereits ein Projekt zur Förderung der Partizipation durchgeführt. In diesem Fall sind wir dankbar um einen Hinweis, gerne nehmen wir das Projekt in unsere Datenbank auf.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Mail / Tel. 031 380 70 00

Projekt «Citoyenneté» der EKM

Citoyenneté bedeutet zuerst einmal politische Partizipation im Sinne eines Engagements für die Gestaltung der Gesellschaft.
Im Rahmen von «Citoyenneté» fördert die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) Projekte, die es möglichst breiten Bevölkerungskreisen erlauben, sich nachhaltig einzubringen und an politischen Prozessen teilzuhaben. Damit sollen neue Partizipationsmöglichkeiten gefördert werden, welche die Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern unabhängig ihrer Staatsbürgerschaft aufzeigen und umsetzen vermögen.
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