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entsprechenden Ausgaben kommt der lokalen Wirtschaft –

wie oben erwähnt – auch in Zukunft nur sehr wenig

zugute, da ein Grossteil davon ins Ausland abfliesst.

In 40 Jahren sollen sich die Ausgaben für Endenergie-

träger folglich stark reduzieren. Trotzdem können unter

den getroffenen Annahmen durch die Ausgaben der

Endverbraucher für Energie weiterhin rund 1Million

Franken der lokalen Wirtschaft zugute kommen. Dies wird

im rechten Balken in Abbildung 4 im nicht gelben Teil

ersichtlich. Der im Vergleich zu 2010 grössere graue Balken

(Wertschöpfung durch Elektrizität) verdeutlicht, dass die

Gemeinde Elektrizität vermehrt lokal aus Sonne, Wind und

Biomasse produziert und damit die lokale Wertschöpfung

unmittelbar steigern kann. Ein grosses Potenzial bei der

kommunalen Energieerzeugung liegt zudem im Wärmebe-

reich: In Gemeinden mit grossem Holznutzungspotenzial

kann der Wärmebedarf oft vollumfänglich mit Holz

gedeckt werden. Bei dieser Art der Energienutzung fliesst

ein besonders hoher Anteil der Ausgaben direkt in die

lokale Wirtschaft.

Grösstes Potenzial: Steigerung der Energieeffizienz

in Gebäuden

Damit der Energieverbrauch langfristig markant gesenkt

und die Ausgaben der Endenergieverbraucher klar verrin-

gert werden können, müssen umfangreiche Massnahmen

bei der Energieeffizienz umgesetzt werden. Die grösste

Chance für die kommunale Wertschöpfung im Energiebe-

reich liegt bei der Steigerung der Energieeffizienz von

Gebäuden, und zwar von gemeindeeigenen Liegen-

schaften, insbesondere aber von Privatbauten. In

Gebäuden können die Endverbraucherausgaben für

Energie mit gezielten Investitionen zudem besonders stark

reduziert werden.

langfristigen Investitionsstrategie attraktive Chancen.

Gemeinden übernehmen damit eine wichtige regionale

Vorbildfunktion.

Wie sich Investitionen in erneuerbare Energien und

Energieeffizienz in der oben genannten Beispielgemeinde

auf die lokale Wertschöpfung auswirken könnten, zeigen

wir anhand von zwei vereinfachenden Modellrechnungen

(Berechnungen der Fachhochschule St. Gallen, die

Modellannahmen sind unter

www.gemeindeenergie.ch

einsehbar).

Energieversorgung auf regionaler Basis

Gemäss dem Szenario der Energiestrategie 2050 des

Bundes (Szenario neue Energiepolitik) wird eine durch-

schnittliche Gemeinde mit 1500 Einwohnern durch eine

gezielte kommunale Energiepolitik den Energieverbrauch

reduzieren und die Versorgung zu einem grossen Teil auf

eine regionale Basis stellen können. Welche Chancen dies

der Gemeinde aus heutiger Perspektive (heutige, konstante

Energiepreise) eröffnet, ist in den Abbildungen 3 und 4

dargestellt.

In Abbildung 3 ist im linken Balken ersichtlich, dass alle

Endverbraucher der Gemeinde zusammen jährlich knapp

6Millionen Franken für die Beschaffung von Energie

ausgeben. Wir gehen davon aus, dass durch diese

Ausgaben in der Gemeinde eine unmittelbare Wertschöp-

fung von rund 1Million Franken ausgelöst wird (siehe

linken Balken in Abbildung 4). Im Jahr 2050 werden

gemäss diesem Szenario die Ausgaben der Endverbraucher

in der Beispielgemeinde insgesamt auf knapp 3Millionen

Franken halbiert werden können. Während also im Jahr

2010 alleine 4Millionen Franken für Erdölprodukte und

Erdgas ausgegeben wurden, soll sich dieser Betrag im Jahr

2050 auf unter 1Million Franken verringern. Von den

Einleitung

Abb. 3:

Ausgaben der Endverbraucher für Energie in

einer 1500-Einwohner-Gemeinde (Beispiel)

1

2

3

4

5

6

diverse

Elektrizität

ÖlundGas

diverse

Elektrizität

Öl und Gas

2010

2050

6

5

4

3

2

1

0

Millionen Franken pro Jahr

Quelle: Fachhochschule St. Gallen

Technische Details unter

www.gemeindeenergie.ch