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Unterstützung

delbar. Bei der Beurteilung eines Leasinggeschäfts ist aber

auch zu berücksichtigen, dass Leasing in der Regel teurer ist

als ein Barkauf respektive ein Kauf über einen Bankkredit oder

eine Hypothekerweiterung (z.B. bei Energieanlagen).

b) Finanzielle und fachliche Unterstützung

Energiestadt

Gemeinden, die eine vorbildliche kommunale Energiepolitik

vorleben und umsetzen, können sich mit dem Label Ener-

giestadt auszeichnen lassen. Mitglieder des Trägervereins

Energiestadt erhalten kostenlos Fachberatungen und profi-

tieren von Erfahrungsaustauschseminaren mit anderen

Gemeinden. Sie werden im Labelprozess sowie für innova-

tive kommunale Energieprojekte finanziell unterstützt.

Energiestadt ist ein Label des Programms EnergieSchweiz.

Das Bundesamt für Energie unterstützt Gemeinden eben-

falls bei der Gestaltung von Regionen und Arealen.

Beispiele aus dem Leitfaden:

Altbüron, Auw, Châtel-St-Denis, Sarnen,

Val-de-Travers, Olten, Aarau, Vevey

Weitere Informationen:

www.energiestadt.ch www.energieschweiz.ch

EnergieSchweiz für Gemeinden:

Angebot für Kleingemeinden

Im Rahmen von Energiestadt wurde im Sommer 2014 in

den Kantonen Aargau, Luzern, Solothurn und St. Gallen ein

Angebot für Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern

gestartet. Die Projektgemeinden erhalten eine kostenlose

Beratung und einen Beitrag an eine ausgewählte Dienst-

leistung. In den Bereichen erneuerbare Energien, Gebäude,

Infrastruktur, Mobilität und Wärmekataster werden Hand-

lungsmöglichkeiten abgeklärt und einfach umsetzbare

Massnahmen vorgeschlagen. Die Gemeinden können als

Grundlage für das Beratungsgespräch online einen

Gemeindeenergiecheck ausfüllen. Der Check gibt

Aufschluss über die wichtigsten energiepolitischen Kenn-

werte der Gemeinde. Das Angebot wird ausgeweitet.

Weitere Informationen:

www.energiestadt.ch/kleingemeinden

/

Kantonale Förderprogramme

Die kantonalen Energiefachstellen sind sehr wichtige

Ansprechpartner für die Gemeinden. Art und Umfang der

kantonalen Unterstützung sind allerdings sehr unter-

schiedlich. Eine kurze Auswahl: Die meisten Kantone

unterstützen die Gemeinden im Rahmen des Ener-

giestadtprozesses mit fachlicher Begleitung und/oder

Förderbeiträgen. In einzelnen Kantonen erhalten

Gemeinden Zuschüsse oder fachliche Unterstützung für

die kommunale Energieplanung resp. das kommunale

Energiekonzept. Die Kantone Bern und Waadt z. B. haben

Energieprogramme, die sich auch an kleinere Gemeinden

richten, die keinen Energiestadtprozess durchlaufen

wollen.

Annahmen von Anfang an zu korrigieren. In einigen Fällen

realisierten Gemeinden z. B. mit Privatdarlehen ihrer

Einwohner Solaranlagen. Hinzu gibt es oft gemischte

Trägerschaften Kanton/Gemeinden, aber auch mit Firmen

und/oder investitionswilligen Privaten.

Beispiel aus dem Leitfaden: Auw

Weitere Informationen:

www.energie-schweiz.ch www.infrawatt.ch www.tinyurl.com/energiefachstellen www.tinyurl.com/energiefachstellen-PDF

Contracting

Beim Energie-Contracting werden Planung, Finanzierung,

Bau und Betrieb einer Anlage oder Teile davon an einen

entsprechenden Dienstleister ausgelagert. Häufig bieten

die etablierten Energieversorgungsunternehmen entspre-

chende Services an. Der öffentliche Eigentümer stellt die

räumliche Infrastruktur zur Installation der Energiever-

sorgungsanlage gemäss der vertraglich vereinbarten

Miete zur Verfügung und bezahlt für eine vertraglich

festgelegte Dauer die bezogene Energie bzw. Energie-

dienstleistung (Wärme, Kälte, Strom, Licht). Die Vorteile

für die Gemeinde: Sie hat keine Investitionskosten und

bezieht eine ganzheitliche Dienstleistung von einem

einzigen Ansprechpartner, der für das reibungslose

Funktionieren zuständig ist, was allerdings – im Vergleich

zur Eigenregie – seinen Preis hat. In einigen Kantonen

stehen den Gemeinden die kantonalen Energiefach-

stellen zur Seite, daneben gibt es eine Reihe von

Unterstützungsmassnahmen für spezifische Contrac-

ting-Investitionen.

Beispiel aus dem Leitfaden: Châtel-St-Denis

Weitere Informationen:

www.swisscontracting.ch www.tinyurl.com/energiefachstellen www.tinyurl.com/energiefachstellen-PDF

Leasing

Leasing ist eine Finanzierungsform, die es erlaubt, Wirt-

schaftsgüter – also auch Energieanlagen – zu nutzen, ohne

sie sofort zu kaufen. Der Leasingvertrag kann entweder

eher wie ein Mietvertrag oder wie ein Abzahlungsvertrag

ausgestaltet werden. Leasinggeschäfte basieren auf indivi-

duellen Beurteilungen und Bewertungen der jeweiligen

Leasingobjekte, deren Beschaffungskosten, der Wiederver-

kaufbarkeit, der Nutzungsdauer, der Kapitalverzinsung und

nicht zuletzt der Bonität des Leasingnehmers. Die Vorteile

von Leasing für Gemeinden sind:

Kein Liquiditätsentzug zum Zeitpunkt der Investition,

allenfalls einfacheres und schnelleres Bewilligungsver-

fahren, Nutzenprofit ohne hohe Anfangsinvestition,

Kostentransparenz bezüglich Nutzungs- und Abschrei-

bungskosten, Bilanzierung bei der Leasinggesellschaft,

nicht beim Nutzer, Häufig werden zusätzliche Leistungen

wie z. B. Service- und Wartungsverträge angeboten, die

Laufzeit eines Vertrages und die Höhe der einzelnen Raten

sind in Abhängigkeit von Restwert und Anzahlung verhan-