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Kontakt

Roland Dätwyler

Leiter Public Relations

IBAarau AG

Obere Vorstadt 37

Postfach

5001 Aarau

Tel. 062 835 03

roland.daetwyler@ibaarau.ch

Link

www.ibaarau.ch

warme Fernheiz-Rücklaufwasser sowie das 16 Grad kühle

Rücklaufwasser der Fernkühlung durch die Ammoniak-

wärmepumpen geleitet. «Mit dieser Nutzung der Abwärme

aus dem Rücklauf lässt sich je nach Jahreszeit bereits ein

Grossteil der benötigten Fernenergie erzeugen», so

Scherrer. Der Strom für den Betrieb der Wärmepumpen

stammt aus dem IBA-eigenen Aarekraftwerk. Dabei wird

eine sogenannte Arbeitszahl von vier erreicht. Das heisst,

dass mit jeder Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden

Fernwärme beziehungsweise Fernkälte generiert werden.

Erdgasfeuerungen decken die Spitzenlast

Insgesamt 15 000 Megawattstunden Wärme- und Kälte

wird die Jahresproduktion der Kasinofernenergie im

Endausbau betragen – das sind fünf Prozent des gesamten

Heizenergiebedarfs der Stadt Aarau. Die Investitionen in

Netz und Anlagen belaufen sich auf 18 Millionen Franken.

Als Glücksfall erwies sich, dass man mit dem Unterge-

schoss des Kasinoparkings auf eine bestehende Infra-

struktur zurückgreifen konnte. Überdies verläuft von dort

ein alter Zugangsstollen quer unter der Stadt direkt zum

Grundwasserbrunnen am Ufer der Aare. Solche umnutz-

baren Bauten bestehen beim zweiten Fernenergieverbund

Torfeld/Bahnhof Süd zwar nicht. Dafür kann man dieses

Neubaugebiet von Anfang an für Fernenergie konzipieren.

Im Torfeld sind Investitionen von 51,5 Millio-

nen Franken geplant. Damit sollen weitere 47000 Mega-

wattstunden Wärme und Kälte pro Jahr erzeugt werden,

was den Heizenergiebedarf Aaraus noch einmal um

15 Prozent reduzieren wird. Zusammen lassen sich mit den

beiden Wärmeverbünden jährlich etwa 4000 Tonnen Heizöl

beziehungsweise 11000 Tonnen CO

2

einsparen. Zur

Abdeckung der Spitzenlast wird jeder Verbund mit einem

schnellen Erdgasheizkessel bestückt. Holzfeuerungen seien

für einen solchen Hott- und Hü-Betrieb zu schwerfällig,

erklärt Scherrer: «Wir planen aber, im Süden der

Stadt einen separaten Energieholzverbund zu erstellen,

damit auch die lokale Biomasse eingebunden

werden kann.»

Aufträge fürs lokale Unternehmertum

statt teurer Energieimporte

Der Absatz der Fernenergie bereitet Scherrer keine Sorgen:

«Um rasch eine wirtschaftliche Auslastung unserer

Leitungsnetze zu erreichen, fokussieren wir am Anfang auf

Grosskunden.» Über die Jahre sei dann mit weiteren

Abnehmern zu rechnen, deren Ölheizungen ausgedient

hätten. Scherrer: «Mit 16 Rappen pro Kilowatt fährt man

mit Fernwärme mindestens einen Viertel günstiger als mit

Öl; bei der Fernkälte schneiden wir noch besser ab.» Ein

Anschlusszwang ist daher unnötig. Auch Subventionen

braucht es keine; die Kunden bezahlen die vollen Kosten.

Diese setzen sich bei der Wärme aus 50 Pro-

zent Infrastrukturkosten, 30 Prozent Stromkosten für

Wärmepumpen und Zirkulation, zwölf Prozent für Wartung

und Unterhalt sowie acht Prozent für Erdgas-Spitzenlast

zusammen. Bei der Fernkälte fällt das Erdgas weg. Hier

machen die Infrastrukturkosten 75 Prozent aus, zehn

Prozent sind Stromkosten, 15 Prozent entfallen auf

Wartung und Unterhalt. Diese Kostenschlüssel illustrieren

auch die Bedeutung der Fernwärme für die Schweizer

Wirtschaft. Scherrer: «Sieht man einmal vom Gasimport

für die Spitzenlast ab, fliesst das Geld in Aufträge für

hiesige Anlagenbauer, Planer, Ingenieure, Bauunternehmen

und Handwerker. Allein bei den IBA sind fünf Arbeitsplätze

entstanden.»

Projektingenieurin Corinna

Hunziker und Betriebstechni-

ker Reto Knechtli in der Ener-

giezentrale Kasinopark: Am-

moniakwärmepumpen

entziehen dem Grundwasser

Energie und produzieren damit

75 Grad heisses Warmwasser

sowie Kaltwasser fürs Fern­

energienetz.

Fotos: IBA

Zahlen und Fakten

Wärme- und Kälteabsatz pro Jahr: 61,7 MWh

CO

2

-Einsparung pro Jahr:

11 000 Tonnen

Heizöleinsparung pro Jahr:

4000 Tonnen

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