Previous Page  21 / 36 Next Page
Basic version Information
Show Menu
Previous Page 21 / 36 Next Page
Page Background

Kontakt

Baudirektion Olten

Adrian Balz

Leiter Baudirektion

Dornacherstrasse 1

4603 Olten

Tel. 062 206 13 16

adrian.balz@olten.ch

Links

www.olten.ch www.dasgebaeudeprogramm.ch www.minergie.ch

durften wir die Fassade nicht verändern», so Balz. Zudem

konnte das geplante Terminprogramm nicht eingehalten

werden, da während der Sondierarbeiten für die neue

Fassade völlig unerwartet Asbest entdeckt wurde. «Die

Entfernung des Asbest verzögerte nicht nur die Sanierung,

sondern kostete zusätzlich drei Millionen Franken», erin-

nert sich Balz.

Die gute Wärmedämmung und die verbesserte Luft-

dichtigkeit der neuen Fassadenverglasung sorgen heute

nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern erzielen auch

eine erhebliche Reduktion des Heizenergiebedarfs. Zusätz-

lich wurde die alte Öl-Gas-Heizung durch eine bivalente

Heizzentrale mit Holzpellets und Gasheizkessel ersetzt. Für

die Warmwassererzeugung konnte auf dem Dach des

Sporttrakts eine thermische Solaranlage mit 140 Quadrat-

metern Fläche installiert werden. Balz: «Damit wird ein Teil

des Badewassers aufgewärmt.»

Sparen im Stadthaus

Die Energieeinsparungen, die dank der sieben Millionen

Franken teuren Sanierung heute möglich sind, belaufen

sich auf rund 64 Prozent. Der gesamte Energieverbrauch

für Heizung, Warmwasser und Badewasser betrug vor der

Sanierung jährlich rund 240000 Liter Öl. Nach der Sanie-

rung der Gebäudehülle, der Wärmeerzeugung und der

Lüftung ist der Energieverbrauch auf rund 85000 Liter Öl

pro Jahr gesunken.

Beim Stadthaus soll der Energiespareffekt noch höher

ausfallen: «Der Heizwärmebedarf wird mit der Sanierung

um 82 Prozent reduziert», erklärt Balz. Damit sei der

Minergiestandard mehr als erreicht. Die Sanierungsmass-

nahmen sehen dabei unter anderem die Erneuerung der

Fenster im Hochhaus sowie der angrenzenden Bauteile,

eine neue Brüstung, den Einbau einer zweckmässigen

Lüftung sowie die Erneuerung der Elektroanlagen vor.

Baudirektion als Ansprechpartnerin

Die Sanierung des zehnstöckigen Gebäudes kostet

13 Millionen Franken – das Vorhaben wurde im Rahmen

einer Volksabstimmung von 80 Prozent der Stimmbürge-

rinnen und -bürger genehmigt. Die Mehrkosten für eine

bessere Dämmung amortisieren sich bei den heutigen

Energiepreisen problemlos innerhalb der Lebensdauer des

Bauteils. «Sowohl das Säli-Schulhaus als auch das Stadt-

haus haben zudem einen hohen architektonischen Wert

und prägen das Stadtbild von Olten», so der Leiter der

Baudirektion.

Für die Sanierung beider Gebäude wurde ein nationaler

Projektwettbewerb ausgeschrieben. «Beide Male erhielten

Architekturbüros aus Olten den Zuschlag», sagt Balz. Bei

der Umsetzung der Massnahmen aus der Gebäudestrategie

fungiert die Baudirektion als Bauherr. «Bei kleineren Sanie-

rungen, welche die Gemeinde selbst übernimmt, ist die

Baudirektion auch Ansprechpartnerin für die Bauleitung.»

Gemeinde als Vorbild

Nicht nur die beiden Architekten können von der Oltner

Gebäudestrategie profitieren, auch für das lokale Bauge-

werbe ergeben sich daraus Vorteile. Daneben kommen

gemeindeeigene Energielieferanten zum Zuge. «Die Stadt-

halle etwa kann aufgrund ihrer besonderen Fassade nicht

saniert werden», sagt Balz. «Deshalb soll sie in Zukunft mit

erneuerbarer Energie beheizt werden, die wir von den

städtischen Betrieben Olten beziehen.»

Zudem hat die Gemeinde laut Balz mit ihren Mass-

nahmen zur Senkung des Energieverbrauchs auch eine

Vorbildfunktion. «Man kann nicht immer predigen, die

privaten Hausbesitzer müssten ihre Immobilien sanieren

und selbst nichts unternehmen», meint er. Die Sanierung

des Schulhauses Säli habe einen deutlichen Effekt im

ganzen Quartier gehabt.

Hohe Ziele

Zwar sind mit der Schulanlage Säli und mit dem Stadthaus

die zwei grössten Energiesorgenkinder vom Tisch, doch auf

die Gemeinde wartet trotzdem noch viel Arbeit. «Da ener-

getische Sanierungen sehr teuer, für die Lebensqualität der

Bevölkerung aber nicht besonders attraktivitätssteigernd

sind, haben wir momentan andere Prioritäten», weiss Balz.

Geplant sind für die nächsten vier Jahre deshalb nur klei-

nere Projekte. «Wir können die Gebäudestrategie aus

finanziellen Gründen nicht mehr in solch grossen Schritten

umsetzen.» Die Stadt Olten strebt die Zielwerte für die

2000-Watt-Gesellschaft weiterhin an. Balz: «Die Ziele sind

sehr hoch gesteckt, und die Herausforderung ist enorm.

Aber wir bleiben dran.»

Adrian Balz, Leiter der

Baudirektion, ist der Draht-

zieher bei der Umsetzung

der Gebäudestrategie

der Stadt Olten.

Zahlen und Fakten

Einsparung des Energiebedarfs im Stadthaus:

82 Prozent

Einsparung des Energiebedarfs in der Schulanlage Säli:

64 Prozent

Kosten des Gesamtprojekts: bisher 20 Millionen Franken

Play Video