Previous Page  20 / 36 Next Page
Basic version Information
Show Menu
Previous Page 20 / 36 Next Page
Page Background

20

I

21

Mit der Umsetzung der 2008 vom Stadtrat verabschiedeten Gebäudestrategie

macht sich Olten (SO) auf den Weg zur 2000-Watt-Gesellschaft.

Die zwei grössten «Sorgenkinder» punkto Energiebedarf sind in der Zwischenzeit saniert.

Neue Hülle für Oltner «Energieschleudern»

Olten (SO)

I

17900 Einwohner

I

Sanierung des bestehenden Gebäudeparks

Wer die Stadtverwaltung in Olten besuchen will, wird

schnell fündig: Das Stadthaus, in dem die Verwaltung

untergebracht ist, ist mit seinen imposanten 52 Metern

Höhe ein markanter Blickfang. Die zehn Stockwerke des

1966 erbauten Hochhauses sind momentan kaschiert, als

hätte der Verhüllungskünstler Christo Hand angelegt.

Gerüste glänzen unter Abdeckungen aus halbtransparenten

Blachen. Daneben ragt ein Kran in den Himmel, auf der

Strasse brummen Lastwagen, und der Lärm eines Betonmi-

schers hallt über den Parkplatz. Die stetige Geräuschku-

lisse der Baustelle ist auch in Adrian Balz’ Büro im siebten

Stock nicht zu überhören. Der Leiter der Baudirektion der

Stadt Olten ist sich den Lärm gewohnt, schliesslich stehen

die Gerüste an seinem Arbeitsort bereits seit Anfang Jahr.

«Die Bauarbeiten dauern noch bis Herbst 2015», sagt Balz.

Bis dahin soll die Sanierung des Stadthauses abge-

schlossen sein. Sie ist Teil der Gebäudestrategie, welche im

Rahmen des Energiestadt-Reaudits erarbeitet und im April

2008 vom Stadtrat Olten verabschiedet wurde. Damit soll

der gemeindeeigene Gebäudebestand langfristig den

Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft respektive

dem SIA-Effizienzpfad Energie angepasst werden.

Energieverbrauch um zwei Drittel senken

Die Stadt Olten möchte im Sinne einer nachhaltigen

Entwicklung einen Beitrag zur Reduktion des Energiever-

brauchs und des CO

2

-Ausstosses leisten. Die Gebäude

spielen dabei eine bedeutende Rolle: Mehr als die Hälfte

des Primärenergieverbrauchs der Schweiz wird für die

Erstellung, den Betrieb, die Instandhaltung und die Sanie-

rung von Immobilien benötigt. Zur Umsetzung der Ziele der

2000-Watt-Gesellschaft im Gebäudebereich dient der

SIA-Effizienzpfad Energie: «Er enthält Zielwerte und Mass-

nahmen, die es ermöglichen, heute schon Neu- und

Umbauten zu realisieren, die den Anforderungen entspre-

chen», erklärt Balz. Die Gebäudestrategie legt Ziele fest,

die nahezu dem Standard Minergie-P entsprechen.

Entsprechend aufwendig ist die Sanierung der «Ener-

gieschleudern» im städtischen Umfeld. Denn zur langfris-

tigen Erreichung der Zielwerte muss der Energieverbrauch

der städtischen Gebäude in den nächsten 40 Jahren insge-

samt um rund zwei Drittel vermindert werden. Eine beson-

dere Herausforderung ist dabei der Wärmeverbrauch:

Während eine Halbierung im Strombereich genügt, ist im

Wärmebereich eine Reduktion auf einen Fünftel des

heutigen Verbrauchs nötig.

Böse Überraschungen

Ein erster Schritt wurde mit der Sanierung der Schulanlage

Säli gemacht, die 1968 von den Oltner Architekten Alfons

Barth und Hans Zaugg erbaut worden ist. Neben der

Fassade waren auch Heizung und Lüftung sanierungsbe-

dürftig. Dabei galt es, besondere Herausforderungen zu

meistern: «Da das Schulhaus unter Denkmalschutz steht,

Da die 1968 erbaute Schul-

anlage von den Oltner

Architekten Alfons Barth und

Hans Zaugg unter Denkmal-

schutz steht, durfte die

äussere Fassade nicht

verändert werden.