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Kontakt

Naturaenergie AG 

Sonnenhof 1

6056 Kägiswil

Tel. 041 661 05 88

info@naturaenergie.ch

Links

www.naturaenergie.ch www.biomasseschweiz.ch

Idee rannten wir offene Türen ein.» Entsprechend gab es

keinerlei Einsprachen gegen das Projekt. Was zweifelsohne

auch damit zusammenhängt, dass man die Bevölkerung

und die Anrainer stets offen und transparent informierte.

«Bis heute kam es zu keiner einzigen Reklamation», freut

sich Seiler. Vonseiten der Gemeinde, der man das Projekt

schon früh vorlegte, habe man nichts als Wohlwollen und

Unterstützung gespürt. Im Rahmen der neuen Regionalpo-

litik (NRP) des Bundes wurde das Unterfangen mit einem

A-fonds-perdu-Beitrag in der Höhe von 34000 Franken

unterstützt. «Wenn es beim Aufbau der Naturaenergie AG

so etwas wie Stolpersteine gab, dann sicher nicht von der

Behördenseite, sondern am ehesten von der Konkurrenz»,

betont der Obwaldner.

Strom, Wärme und Qualitätskompost

Und wie funktioniert das Ganze? Pro Jahr werden

momentan 14000 Tonnen Gülle zusammen mit 3500 Ton-

nen Grüngut – das man von den Gemeinden sowie von

Gartenbaubetrieben bezieht – und 1000 Tonnen Gastroab-

fällen während 30 bis 60 Tagen vergärt. Dabei entsteht Gas,

das gespeichert und im Blockheizkraftwerk in Strom und

Wärme umgewandelt wird. Die umweltfreundliche Energie-

produktion wirft pro Jahr nicht nur 2 Millionen Kilowatt-

stunden Strom für 440 Haushalte und 2,5 Millionen

Kilowattstunden Wärme ab, sondern liefert auch noch

Qualitätskompost, der auf dem Areal des Betriebs bezogen

werden kann. Die Biogasanlage ist – in Zusammenarbeit

mit Ökostrom Schweiz – beim Bundesamt für Umwelt

(Bafu) als nationales Klimaschutzprojekt angemeldet und

registriert. Im März 2014 hat das Bafu der Naturaenergie

AG bescheinigt, binnen zwölf Monaten eine Reduktionsleis-

tung von 886 Tonnen CO

2

erbracht zu haben.

Bau einer Photovoltaikanlage

Sämtliche Anlagen der Naturaenergie AG, die momentan

sieben Angestellte mit insgesamt 250 bis 300 Stellenpro-

zenten beschäftigt, befinden sich auf einer Baurechtspar-

zelle der Sarner Korporation Freiteil und schliessen

unmittelbar an den Hof des Geschäftsführers an. Die Wege

sind für Seiler also kurz. Was speziell zu Projektbeginn hilf-

reich war, denn: «Die Aufbauphase erforderte ein Riesen-

pensum.» Ein Einsatz, der sich zweifelsohne gelohnt hat.

Nicht, dass die AG ihren Eignern bereits Dividenden

auszahlt, dafür ist es noch zu früh. Aber die Naturaenergie

AG wächst und diversifiziert. Schon früh wurde über den

Bau einer Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 1700

Quadratmetern nachgedacht; im Dezember 2013 wurde

diese auf dem Dach der Komposthalle realisiert. Sie liefert

seither Strom für 60 Haushalte. Auch bei der Photovoltaik-

anlage wurde – wie beim Bau des ganzen Komplexes –

darauf geachtet, dass sämtliche Aufträge von regionalen

Handwerkern und Firmen ausgeführt werden. «Die lokale

Verankerung ist Teil unserer Philosophie», betont Seiler.

Netz wird erweitert

Das Investitionsvolumen für den Gesamtbetrieb beträgt

aktuell 4,5 Millionen Franken. Für Seiler ist klar, dass sich

die Naturaenergie AG möglichst auf den Heimkanton

beschränken soll. «Tatsächlich sind wir mit den übrigen

Obwaldner Gemeinden im Gespräch.» Bereits in Planung ist

die Erweiterung des Kägiswiler Güllenleitungsnetzes. «Viel-

leicht stossen noch ein oder zwei zusätzliche Landwirte

zur Naturaenergie AG», verrät Seiler. Der AG geht es nicht

in erster Linie um den Gewinn, sondern darum, die Zahl der

Güllentransporte auf den Strassen von Kägiswil weiter zu

reduzieren. Zudem denkt man beim Unternehmen darüber

nach, ob und wie sich die Menge des produzierten

Ökostroms erhöhen liesse. «2,5 Millionen Kilowattstunden

sollten eigentlich machbar sein», glaubt Seiler. Aber das ist

momentan noch Zukunftsmusik.

«Mit der Naturaenergie AG haben wir unsere Chance

gepackt», betont Seiler, «und das ist entscheidend.» Er und

seine Partner hegen keine Zweifel daran, mit der Firma den

Zahlen und Fakten

CO

2

-Einsparung:

886 Tonnen pro Jahr

Jährliche Verwertung: 3500 Tonnen Grüngut,

1000 Tonnen Speisereste,

und 14000 Tonnen Gülle und Mist

Jahresproduktion: 2 Mio. kWh Strom/2,5 Mio. kWh

Wärme. Die Photovoltaikanlage hat eine Jahresleistung

von 270000 kWh.

Geschäftsleiter Klaus Seiler

freut sich, dass der Qualitäts-

kompost aus seiner Firma zu-

nehmend gefragt ist.

richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Das zeigt sich nicht

zuletzt an der wachsenden Nachfrage nach Ökostrom und

Wärme aus Biogas. Alleine in diesem Jahr durfte der

Geschäftsführer sieben Mal Interessenten durch die

Anlage führen. Was ihn zeitlich stark absorbiert, er aber

durchaus gerne macht. «Nicht zuletzt, weil Biogasanlagen

in unserem Land ein Riesenpotenzial haben.»

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