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Seit rund drei Jahren betreibt die Naturaenergie AG in Kägiswil (OW) eine Biogasanlage. Das

Unternehmen ist im Besitz von acht Landwirten, die allesamt lokal verankert sind. Anstoss zur

Firmengründung war nicht zuletzt der Wunsch, den Energiekreislauf im Kanton zu behalten.

Mit dem aus Speiseresten, Grüngut und Hofdünger produzierten Biogas werden heute rund

440 Haushalte mit Strom versorgt.

Nachhaltigkeit statt Gewinndenken

Sarnen (OW)

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10100 Einwohner

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Biogasanlage

Stichtag war der 1. Juli 2011: Seit diesem Datum ist es in

der Schweiz aus Hygienegründen verboten, Schweine mit

Gastroabfällen zu füttern. Die Naturaenergie AG machte

sich diesen Beschluss rechtzeitig zunutze und nahm am

27. Mai 2011 ihren Betrieb auf – nach sechsmonatiger

Bauzeit. Das Unternehmen ist das erste seiner Art im

Kanton Obwalden. Es produziert in Kägiswil – einem

Ortsteil der Gemeinde Sarnen – Biogas aus Speiseresten,

Grüngut und Hofdünger und erzeugt damit Strom aus

erneuerbaren Energiequellen.

Weniger Strassentransporte

«Wir wollten den Energiekreislauf unbedingt im Kanton

behalten», sagt Klaus Seiler, Geschäftsführer der Natura­

energie AG. Früher wurde das Grüngut nach Malters im

Nachbarkanton Luzern gekarrt, wo es verwertet wurde.

Den Entscheid, eine Biogasanlage mit nachgelagertem

Kompostierwerk zu erstellen, fiel zwar nicht über Nacht,

den beteiligten acht Landwirten aber überaus leicht. Nicht

zuletzt, weil die Vorteile einer derartigen Anlage für sich

selbst sprachen. Heute sind die Landwirtschaftsbetriebe

der Eigner mittels einer zwei Kilometer langen und unterir-

disch angelegten Güllenleitung allesamt mit der Natura­

energie AG verbunden. Und wo früher die Gülle von den

Höfen via Strassen und Dorfkern zu den Feldern befördert

werden musste, wird diese jetzt direkt zur Biogasanlage

gepumpt. Dadurch entstehen nicht nur weniger Geruchs­

emissionen, sondern auch die Zahl der Strassentransporte

wird erheblich reduziert. Der jährliche Dieselverbrauch ist

so um rund 3000 Liter gesunken.

Mit Finanzprofi und Businessplan

Er und sein Kollege Adi Müller hätten sich 2004 erstmals

mit dem Bau einer Biogasanlage beschäftigt, erinnert sich

Seiler. Gute fünf Jahre später begann sich die Idee zu

konkretisieren. Den beiden war klar, dass ein derartiges

Vorhaben gut geplant sein wollte. «Deshalb haben wir auch

gleich einen Finanzprofi engagiert, einen Businessplan

erstellt und im Mai 2009 eine AG gegründet.» Mitentschei-

dend sei zudem gewesen, dass Sarnen signalisierte, seine

Grünabfälle künftig der Naturaenergie AG überlassen zu

wollen, so Seiler. «Dadurch waren uns schon mal 1000 Ton-

nen Substrat sicher.» Inzwischen haben sich bereits drei

weitere der insgesamt sieben Obwaldner Gemeinden dazu

entschlossen, ihre Grünabfälle dem Betrieb zur Verfügung

zu stellen: Kerns, Giswil und Sachseln. «Grundsätzlich ist

die Anlage für den ganzen Kanton Obwalden ausgelegt»,

erklärt der Landwirt, der zusammen mit seiner Familie

nach wie vor einen Geflügelbetrieb unterhält.

Viel Wohlwollen und Unterstützung

«Die Aktionäre für die Naturaenergie AG hatten wir im Nu

zusammen», sagt Seiler. Und richtige Überzeugungsarbeit

habe man eigentlich nirgends leisten müssen. «Mit unserer

Die idyllisch gelegene Anlage

der 2011 gegründeten

Naturaenergie AG in Kägiswil,

Obwalden.