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SCHWEIZER GEMEINDE 10 l 2015

11

INFORMATIK

«Es gibt viele offene Fragen»

Aufgrund des raschen Technologiefortschritts verändert sich die

Informatiklandschaft stetig. Das stellt die öffentlichen Verwaltungen vor neue

Herausforderungen. Zwei Fachtagungen fördern den Erfahrungsaustausch.

Die Digitalisierung der öffentlichen Ver-

waltung ist in vollem Gang. Sie betrifft

verschiedenste Bereiche: Geschäfts- und

Betriebsprozesse, den behördeninter-

nen Dialog, die Interaktion mit den Bür-

gern – die längst ans Web2.0 gewohnt

sind und alles zu jeder Zeit und überall

wollen – oder die Archivierung. Demge-

genüber stehen in den Gemeinden oft-

mals gewachsene IT-Strukturen. Ein

Trend zur Zentralisierung in grösseren

Rechenzentren und horizontaler sowie

vertikaler Kooperation ist zwar

festzustellen, doch geschieht

dies in gemächlichem Tempo

(vgl. «SG» 4/2015).

Nun soll vom Bund zusätzli-

cher Schub in Richtung der

«Verwaltung2.0» kommen.

Das verdeutlicht die im Juni

dieses Jahres eingereichte

und im September vom Nationalrat an-

genommene Motion «Bürokratieabbau.

Digitalisierung der öffentlichen Verwal-

tung vorantreiben» des Zürcher Natio-

nalrats Ruedi Noser (FDP). Gemäss neu-

estem Global Information Technology

Report 2015 desWEF belege die Schweiz

den «unrühmlichen» 48. Platz bezüglich

Fähigkeit der Behörden, ICT zu nutzen,

schreibt Noser. «Die Behörden müssen

die elektronischen Informations- und

Kommunikationsmedien auf dem neus-

ten Stand nutzen können, umDienstleis-

tungen an Bürgerinnen und Bürger so-

wie Unternehmen sowohl effizient wie

auch unbürokratisch zu erbringen»,

heisst es in der Motion, die von 28 Par-

lamentarierinnen und Parlamentariern

mitunterzeichnet wurde. «Mit der be-

schleunigten und effektiven Umsetzung

der E-Government-Strategie des Bundes

könnte viel Bürokratie für Unternehmen

und Bürger abgebaut werden», heisst es

in der Motion.

In Gemeinden ein wichtiges Thema

«Die Digitalisierung der Verwaltung ist

in den Gemeinden ein sehr wichtiges

Thema. Dabei sind viele offene Fragen

zu klären», sagt Christian

Michel, Organisationsberater

bei der Rexult AG, Bern. Im

Mittelpunkt stehe die Neu-

organisation der Verwaltungs-

geschäfte. «Viele Verwaltun-

gen befürchten zu Unrecht,

dass sie die Abläufe komplett

überarbeiten beziehungsweise

neu definieren müssen.» Fragen zur Si-

cherheit kämen dann beim Cloud Com-

puting auf. So ist zum Beispiel unklar,

wo die Daten und Programme gehostet

werden. Das ist namentlich bei daten-

schützerisch heiklen Daten, wie sie in

Behörden oft vorhanden sind, ein wich-

tiger Aspekt.

Die Datensicherheit ist denn auch

Thema des zweiten GovCloud Day vom

25. November in Olten. Organisiert wird

die Tagung von der Fachhochschule

Nordwestschweiz. Im Zentrum stehen

Referate zur digitalenTransformation in

Gemeinden, zur Bekämpfung der Krimi-

nalität imNetz und in der Cloud und zum

verantwortungsvollen Einsatz von Cloud

Computing in den Schweizer Behörden.

Ausserdem berichten Anbieter und Be-

nutzer über Erfolgsgeschichten.

Gelungenes Outsourcing in Arbon

Einen Monat vor demGovCloud Day, am

28. Oktober, findet im Rathaus in Bern

die Plenartagung der Arbeitsgruppe

«Städte- und Gemeindeinformatik» der

Schweizerischen Informatikkonferenz

(SIK) statt. Thematisiert werden unter

anderem die IKT-Beschaffung und das

Lizenzmanagement, Cyber-Security und

Outsourcing. Zu Letzterem wird Ralph

Limoncelli referieren. Er ist heute Stadt-

schreiber in Frauenfeld. Zuvor hatte er

als Leiter Finanzen von Arbon das

IT-Outsourcing geleitet. Die IT-Land-

schaft der Stadt Arbon wurde Ende 2006

dem Amt für Informatik des Kantons

Thurgau übergeben. «Gründe dafür wa-

ren unter anderem die höhere Sicher-

heit, die tieferen Kosten und die Budget-

sicherheit», sagt Limoncelli.Vier Monate

nach der Umstellung führte die Verwal-

tung eine Umfrage zur Zufriedenheit der

Benutzer durch. «Die meisten waren

zufrieden bis sehr zufrieden.» Viel zum

Erfolg hat der Helpdesk beigetragen, der

laut Limoncelli hervorragend funktio-

niert hat. Und durch das Outsourcing

konnte die Stadtverwaltung die Anzahl

der Drucker halbieren.

red

Informationen:

www.tinyurl.com/clouddays www.tinyurl.com/sik-tagung

Beim Cloud

Computing

stellen sich

Fragen

bezüglich

Sicherheit.

WE

ACT

FOR

IMPACT

ENERGY 2015

Einfach mal abschalten.

weact.ch/w4i

DIE SCHWEIZER MITMACHAKTION FÜR

NACHHALTIGKEIT AM ARBEITSPLATZ

2. 22. NOVEMBER 2015

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