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COMMUNE SUISSE 5 l 2017

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ZUSAMMENFASSUNG

Réalise beschäftigt «Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Ausbildung»

Die Sozialfirma Réalise in Genf bildet

Menschen, die Mühe auf dem ersten

Arbeitsmarkt haben, aus und vermit-

telt sie an Unternehmen. Sie sind vom

ersten Tag an vollwertige Arbeits-

kräfte. Es sind Arbeitslose, Ausgesteu-

erte, Migranten oder Menschen mit

einer Behinderung, die sich durch ihre

Arbeit bei der Sozialfirma Réalise den

Ein- oder Wiedereinstieg ins Berufsle-

ben erhoffen. Das Besondere ist, dass

sie hier in einem Gebiet arbeiten, das

von ihrer früheren Tätigkeit abweichen

kann, und sich so über die Praxis neue

Fertigkeiten aneignen.

Ausbildung on the job

Réalise mit Sitz in Genf wurde 1985

gegründet. 108 Personen arbeiten für

die Sozialfirma. Sie bilden Menschen,

die Mühe auf dem ersten Arbeitsmarkt

haben, praktisch on the job aus. Die

«Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in

Ausbildung», wie sie bei Réalise ge-

nannt werden, eignen sich während

vier bis sechs Monaten berufliche Fä-

higkeiten in einem bestimmten Gebiet

an – mit dem Ziel, danach bei der So-

zialfirma direkt in diesem Arbeitsfeld

tätig sein zu können. Die Idee ist, dass

durch diese Ausbildungszeit ihre

Chancen auf den Ein- oder Wiederein-

stieg ins Arbeitsleben steigen. Sie wer-

den via Arbeitslosen- oder Sozialhilfe-

stelle an Réalise vermittelt. Réalise

bildet jährlich 300 Frauen und Männer

pro Jahr aus. Sie arbeiten in verschie-

denen Berufsfeldern und erlernen das

dafür spezifische Wissen: in der Elekt-

ronik, der Uhrenproduktion, der Gar-

tenarbeit, im Reinigungsdienst, in der

Wäscherei und der Logistik. Réalise

arbeitet eng mit einem Netz von rund

300 Firmen zusammen. Jährlich kom-

men 30 neue hinzu. Bei Réalise wird

dem Praxisbezug und der tatsächli-

chen Nachfrage nach bestimmten Ar-

beiten in den Unternehmen grosse

Bedeutung beigemessen. Am Schluss

ihrer Ausbildungszeit erhalten die Mit-

arbeiterinnen und Mitarbeiter in Aus-

bildung ein Attest. Das soll ihnen bei

der Stellensuche zusätzlich helfen.

Ideal für Migranten und Migrantinnen

Zusammen mit den «Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in Ausbildung» wird

analysiert, welche Bremsen sie vom

Arbeitsmarkt fernhalten – und ver-

sucht sie gemeinsam zu lösen, umwie-

der in den Arbeitsmarkt einbiegen

zu können. Réalise-Generaldirektor

Christophe Dunand betont, dass ge-

rade auch Migrantinnen und Migran-

ten von dieser Integrationsmethode

profitierten. «Auch wenn sie die Spra-

che nicht sprechen: Sie arbeiten vom

ersten Tag an und lernen sukzessive

die für ihre Arbeit notwendigen Wör-

ter.» Die Auszubildenden sind vom

ersten Tag an vollwertige Arbeits-

kräfte. Ob in der Wäscherei, der Gar-

tenarbeit, der Elektronik, der Uhren-

produktion, im Reinigungsdienst oder

in der Logistik: Sie erfüllen konkrete

Aufträge der Kundinnen und Kunden.

So zeichnet der Reinigungsdienst von

Réalise für rund 100000 Quadratmeter

Bürofläche in der Stadt Genf verant-

wortlich. Und die Wäscherei erfüllt

Aufträge von Altersheimen, Banken,

Schönheitssalons oder Restaurants

auf dem ganzen Stadtgebiet.

Firmen sollten anders suchen

Bis zu 50 Prozent der Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter finden nach ihrer Aus-

bildung bei Réalise eine Festanstel-

lung. «Diese Zahl stimmt mich zufrie-

den – und doch auch wieder nicht»,

sagt Christophe Dunand. Réalise ar-

beite daran, noch mehr Menschen in

den Markt integrieren zu können. Er

gibt aber auch zu bedenken, dass die

Rekrutierungsmethoden in den Unter-

nehmen geändert werden sollten.

Wenn sich eine stellensuchende Per-

son auf herkömmliche Weise mit ei-

nem Dossier bewerben müsse, so

gehe diese Bewerbung oftmals unter.

Dunand schlägt stattdessen vor, dass

die Firmen die gesuchten, konkreten

Kompetenzen angeben und Réalise die

geeignete Person suchen und nötigen-

falls dafür ausbilden könne.

Catherine Arber,

Quelle: Zeitschrift für Sozialhilfe

n’ont aucun diplôme, contre 15% au sein

de la population résidente en général.

La démarche de Réalise, qui ne s’appa-

rente en rien à une potion magique, cible

donc une population qui, en l’état, n’a

que très peu de chance de réintégrer le

marché du travail. Selon les chiffres de

l’OFS, le chômage concerne 170000 per-

sonnes en Suisse, l’aide sociale 250000.

Trouver des solutions pour en réintégrer

une bonne partie, le plus rapidement et

durablement possible, constitue un en-

jeu de société majeur.

Spécialisée dans la formation pratique

et le placement direct en emploi à

Genève, Réalise pourrait bénéficier de

tous les appuis pour croître et se démul-

tiplier. Mais après réflexion, l’entreprise,

forte de 108 collaborateurs, estime avoir

la bonne taille. Sans doute serait-il diffi-

cile de conserver le contact avec le ter-

rain dans une structure plus importante.

«Nous avons opté pour une logique de

croissance par l’impact et non par la

taille de l’entreprise», distingue Jérôme

Despont. «Nous développons notre ca-

pacité à transmettre notre modèle et

notre expertise, et éviter à d’autres de

refaire les erreurs que nous avons com-

mises en 30 ans d’expérience. De con-

férences en réunions, nous constatons

un intérêt marqué.» Mais pour l’heure,

Jérôme Despont se montre discret

lorsqu’on l’interroge sur les projets en

cours. «Nous pouvons annoncer la con-

clusion d’un partenariat avec la fonda-

tion SAG, active, dans de nombreux

cantons suisses, dans la formation et le

soutien à l’accès à l’emploi. Le but étant

de mettre en commun nos expertises et

développer des synergies. Pour le reste,

rendez-vous dans un an!»

Vincent Borcard

RÉALISE: PLACEMENT DIRECT EN EMPLOI

Jérôme Despont, directeur Conseils entre-

prises & Mandats institutionnels.

Photo: vb