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SCHWEIZER GEMEINDE 5 l 2017

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INTEGRATION UND RÜCKKEHRHILFE

der Anerkennung als Flüchtling als auch

auf eine Rückkehr nach einem negativen

Asylentscheid vorbereitet. Denn die Re­

alität ist, so weiss Beer: «Die Mehrheit

müsste zurück in ihr Heimatland. Um

dem aber zu entgehen, tauchen viele in

der Schweiz unter.» Hier setzt InLimbo

an. «Wir thematisieren frühzeitig die

Konsequenzen der Illegalität und ermun­

tern mit unserenAusbildungsangeboten

zu einer freiwilligen Rückkehr.» Doch

dazu bräuchten die Asylbewerber eine

berufliche und finanzielle Perspektive in

der Heimat. Deshalb sei auch die Projekt­

gruppe Imkerei bei den Asylbewerbern

sehr beliebt, sagt Markus Schneider.

«Imkern kann man überall, und wer ein

bis zwei Jahre hier ist, lernt genug, um

damit in der Heimat ein relevantes Ein­

kommen zu erzielen.»

Hilfe bei der Rückkehr

Bei einem negativen Asylentscheid ver­

mittelt Markus Schneider an die kanto­

nale Rückkehrberatung, begleitet die

Asylbewerber aber auch selbst in die­

sem Prozess. Mit einigen abgewiesenen

Asylbewerbern, die in ihre Herkunftslän­

der zurückgekehrt sind, steht Schneider

bis heute in Kontakt. Einer habe sich

beispielsweise in Kenia eine Existenz als

Taxifahrer und Reiseführer aufgebaut.

Der 24jährige Shewit S. aus Eritrea hin­

gegen hofft ganz fest, nicht in sein

Heimatland zurückgeschickt zu werden.

Er präpariert gerade einen Brutrahmen

für die Bienen und leidet darunter, nach

einem Jahr und acht Monaten immer

noch imUngewissen über seine Zukunft

zu sein. Aber, so erklärt er auf Deutsch:

«Ich bin glücklich, kann ich arbeiten und

etwas verdienen. Es ist nicht gut, nur zu

schlafen.»

Barbara Spycher

Infos:

www.inlimbo.ch

RÉSUMÉ

In-Limbo donne une perspective aux

demandeurs d‘asile

InLimbo, voilà le nom d’un nouveau

programme d’occupation pour les de­

mandeurs d’asile. Testé l’année der­

nière comme essaipilote à Büren an

der Aare (BE), il sera introduit en 2017

dans les sept centres d’hébergement

collectifs d’Asile Bienne et Région. La

conseillère fédérale Simonetta Som­

maruga s’est récemment informée sur

place. Le deuxième jour déjà, les re­

quérants d’asile peuvent entrer dans

le programme de formation et d’occu­

pation. La participation est facultative,

mais obligatoire après l’acceptation.

A Büren, environ trois quarts des

quelque 90 habitants participent au

programme à trois niveaux. Dans la

première phase, qui dure près de trois

mois, les demandeurs d’asile colla­

borent au nettoyage du centre, ap­

prennent l’allemand et les compé­

tences de base pour la vie quotidienne

en Suisse. Pendant la deuxième

phase, ils reçoivent une formation ini­

tiale pratique dans un domaine de leur

choix, par exemple l’apiculture, le jar­

dinage, la menuiserie, la couture, l’ate­

lier vélo ou la cuisine. Durant la troi­

sième phase, les réfugiés travaillent

de plus en plus à l’extérieur, pour

mettre en pratique les capacités ac­

quises.

Une des particularités d’InLimbo est

qu’il prépare aussi bien une intégra­

tion sur le marché du travail suisse en

cas de reconnaissance du statut de

réfugié qu’un retour en cas de déci­

sion d’asile négative.

Mit Ausbildung und Beschäftigung sollen

die Ressourcen der Asylbewerber erhalten

und erweitert werden (Bild links: der Eritreer

Shewit S.).

Bilder: Barbara Spycher