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SCHWEIZER GEMEINDE 5 l 2017

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schaftet nach wie vor ein bedeutender

Teil der Gemeinden den Wald in Eigen-

regie, statt sichmit anderenWaldbesitzen-

den zu grossflächigen, leistungsfähigen

Forstbetrieben zusammenzuschliessen.

Die Befragung der diversen juristischen

Waldbesitzenden hat gezeigt, dass sich

deren Motive bei der Nutzung ihresWal-

des deutlich unterscheiden. Bei den po-

litischen Gemeinden haben soziale und

gesellschaftliche Motive eine grosse Be-

deutung. Der Wald einer Gemeinde soll

das Gemeinwohl steigern, in dem dieser

beispielsweise Raum für Freizeit und Er-

holung bietet, das Trinkwasser filtert

oder vor Naturgefahren schützt. In den

persönlichen Gesprächen haben insbe-

sondere Verantwortliche urbaner Ge-

meinden darauf hingewiesen, dass der

nahe gelegene Wald – ob in Besitz der

Gemeinde oder Dritter – ein wichtiger

Standortfaktor darstellt. Bei anderen öf-

fentlich-rechtlichen Körperschaften wie

Korporationen oder Bürgergemeinden

kommt identitätsstiftenden oder morali-

schen sowie wirtschaftlichen Motiven

eine viel grössere Relevanz zu. Mit der

Nutzung des Waldes wird bei diesen

Real- oder Personalkörperschaften oft-

mals eine Tradition weitergeführt. Der

Wald rechtfertigt einen gewissen Status

der Körperschaft und ist ein Element zur

Stärkung der Gemeinschaft (vgl. Darstel-

lung).

StrategischeVerantwortung klären

Insbesondere politische Gemeinden ste-

hen als Waldeigentümerinnen vor zwei

Herausforderungen: Erstens tragen sie

eine «unternehmerische» Verantwor-

tung. Zweitens liegt es in ihrem Inter-

esse als Gemeinwesen, dass die an den

Wald gestellten gesellschaftlichen Inter-

essen erfüllt werden können.Vor diesem

Der Wald erfüllt vielfältige Funktionen: Er

schützt Bevölkerung und Infrastruktur vor

Lawinen, Steinschlag oder Hochwasser, pro-

duziert die erneuerbare Ressource Holz und

dient vielen Menschen als Erholungsraum

oder für ihre Freizeitaktivitäten. Zudem bie-

tet er Lebensraum fürTiere und Pflanzen.

DieWaldbewirtschaftung stellt aber vor al-

lem kleinere Gemeinden vor Herausforde-

rungen.

Bild: pd