Previous Page  25 / 96 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 25 / 96 Next Page
Page Background

SCHWEIZER GEMEINDE 5 l 2017

25

Käfer, der zwar fliegen kann, auch über

mittelweite Strecken, der sich aber stets

den nächstbesten Baum oder Strauch

aussucht; er ist berechenbar.

Will heissen: Auf der Suche nach einem

Wirtsbaum – junge Laubholzbäume sind

besonders beliebt – legt der flugfaule

ALB Distanzen von höchstens einem Ki-

lometer zurück. Ausserdem gibt er sich

mit demWaldrand zufrieden: «Trotzdem

dürfen wir nicht ausschliessen, dass er

halt doch einmal in denWald hineinflie-

gen könnte», sagt Beyeler.

Keine natürlichen Feinde

Doch warum ist der Asiatische Laubholz-

bockkäfer hierzulande überhaupt derart

gefürchtet? In China etwa, wo er natür-

lich vorkommt, hat er eine Palette von

Feinden, die ihn in Schach halten, eine

Spechtart tut sich gütlich an ihm, dane-

ben machen Pilze zahlreichen seiner Eier

den Garaus. Vögel und Pilze notabene,

die es hier nicht gibt. Ohne Feinde ver-

mehrt er sich bisweilen explosionsartig,

und auch Kälte macht ihm nichts aus.

«Für den ALB ist ein Laubbaum wie ein

Chalet», sagt Stefan Beyeler – nur um

Nadelbäume fliegt er Bögen. Bäume, die

seiner Gefrässigkeit zum Opfer fallen,

büssen nach und nach an Statik ein;

überschreitet der Befall ein gewisses

Mass, stirbt der Baum früher oder später

ab. Eigentlich wird Holz in China, bevor

es etwa zur Palette wird, behandelt, mit

Hitze oder Chemie, garantiert dank inter-

nationalenAbkommen. Denn der Kampf

gegen den ALB ist zu einem globalen

geworden. Doch Stefan Beyeler weiss,

dass chinesische Standards nicht unbe-

dingt den hiesigen entsprechen. Und so-

lange ein Überseeschiffstransport gleich

viel kostet wie eine 20 Kilometer lange

Lkw-Fahrt über Schweizer Strassen, wird

der globale Handel sicher nicht schrump-

fen.

Die Suche bei den Holzverpackungen

des Steinimporteurs, die Misses Bean

und Xina an diesem Morgen lückenlos

abgeschnuppert haben, fördert keinen

Fund zutage. Hans Döbeli atmet erleich-

tert auf, seine Spürhunde beeindruckt

das wenig. Sie freuen sich auf ihre Be-

lohnung, und die besteht nicht aus Lä-

ckerli, sondern ausgiebigen Spieleinhei-

ten mit ihrem Herrchen. «Alles sauber,

vielen Dank», sagt Hans Döbeli Minuten

später im Büro. Es regnet, der Chef ist

erleichtert. Misses Bean schüttelt sich

dasWasser aus dem Fell.

Lucas Huber

Lückenloses Abschnuppern: Misses Bean

ist voll konzentriert an der Arbeit auf der

Suche nach dem «Chäferli», der wegen

Holzverpackungen aus China zur globalen

Bedrohung geworden ist.

Bilder: Lucas Huber

RÉSUMÉ

On recherche de toute urgence!

L’Office fédéral de l’environnement

lance un appel pour la détection pré-

coce du capricorne asiatique, qui a

déjà causé des millions de dégâts en

Suisse depuis sa première appari-

tion en 2011 à Brünisried (FR). En plus

de ses propres mesures de contrôle,

la Confédération compte sur les

communes pour transmettre l’appel

aux employés communaux et à la

population. En saison chaude, le co-

léoptère s’active et peut être aperçu.

Des trous circulaires d’un diamètre

de 1 centimètre au moins dans les

troncs et les branches des feuillus

indiquent une infestation. Le guide

d’identification est joint à cette édi-

tion.

Le Service phytosanitaire fédéral

contrôle régulièrement les embal-

lages en bois importés de Chine, pa-

trie de cet organisme nuisible. Des

équipes de chiens renifleurs sont

également mis à contribution. Au

niveau national, il y a trois conduc-

teurs de chiens renifleurs qui tra-

vaillent pour le Service phytosani-

taire. Les chiens eux-mêmes sont

formés en Autriche.

RIASSUNTO

Ricercato con urgenza!

L’Ufficio federale dell’ambiente lan-

cia un appello per il riconoscimento

precoce del tarlo asiatico del fusto,

che dalla sua prima apparizione nel

2011 a Brünisried, nel Canton Fri-

burgo, ha già causato in Svizzera

danni per milioni di franchi. Oltre alle

misure di controllo proprie, la Con-

federazione fa affidamento sui co-

muni affinché diffondano l’appello

agli impiegati comunali e alla popo-

lazione. Il tarlo diventa attivo nella

stagione calda e può essere avvi-

stato. Dei fori circolari del diametro

di almeno un centimetro nei fusti e

nei rami delle latifoglie sono indici

della sua presenza. La scheda tec-

nica è allegata a questa edizione.

Il Servizio fitosanitario federale con-

trolla regolarmente gli imballaggi

delle importazioni dalla Cina, la pa-

tria del parassita. In tale ambito, è

assistito anche da squadre con cani

da ricerca. In svizzera, i conduttori

specializzati che collaborano con il

Servizio fitosanitario federale sono

tre. I cani vengono addestrati in

Austria.

BIODIVERSITÄT: KAMPF GEGEN DEN LAUBHOLZBOCKKÄFER