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SCHWEIZER GEMEINDE 5 l 2017

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BIODIVERSITÄT: KAMPF GEGEN DEN LAUBHOLZBOCKKÄFER

zahler jährlich. «Aber das ist günstiger

als der Einsatz nach einem Befall», sagt

Stefan Beyeler, denn eine Bekämpfung

mitsamt anschliessenden Monitorings

kann Kosten in Millionenhöhe verursa-

chen.

Döbeli, einer von schweizweit drei Spür-

hundeführern im Auftrag des Eidgenös-

sischen Pflanzenschutzdienstes, ist seit

2013 im Einsatz. Er ist ein gemächlicher

Zeitgenosse: roteWangen, graumelierter

Bart, jägergrüne Mütze und im Gesicht

jenen Ausdruck, den man nur bei Män-

nern sieht, die ihren Job mit Herzblut

und Leidenschaft ausüben. Als gelernter

Forstwart ist er Reservatsaufseher am

Klingnauer Stausee. Einmal in derWoche

allerdings ist er mit seinen Spürhunden

unterwegs, der erfahrenen Bean, die er,

in Anlehnung an die britische Slap-

stick-Figur Mister Bean, Misses Bean

nennt, und die junge Xina, imEinsatz seit

2016. Ausgebildet wurden beide Hunde

in Österreich, denn entsprechende Kurse

existieren in der Schweiz nicht.

Herr Döbeli, was macht einen guten

Spürhund aus?

Döbeli:

Hundeführer und Spürhund

müssen ein gutesTeam sein, das ist zen-

tral. Dann natürlich die Ausbildung, an-

schliessendeWeiterbildungen, schliess-

lich regelmässiges Training; ich zum

Beispiel trainiere wöchentlich mit mei-

nen Hunden.

Eigenen sich Ihre Labradore besonders

gut?

Döbeli:

Grundsätzlich eignet sich jede

Rasse. Wichtig ist, dass der Spürhund

von Natur aus einen Suchwillen mit-

bringt – und ein tadelloses Nervenkos-

tüm hat.

Denn ist das Gespann im Einsatz, hat es

mit rangierenden Gabelstaplern zu tun,

mit Arbeitern, die sich in der Znünipause

an Wurstbroten gütlich tun, Container

werden entladen, Katzen preschen aus

Verstecken. An diesemMorgen aber kön-

nen Misses Bean und Xina ungestört

arbeiten. Mit präzisen Handbewegungen

dirigiert Hans Döbeli die Spürhunde

nacheinander durch das Lager – zwei

Schnauzen riechen besser als eine. Die

Steine spielen dabei eine Nebenrolle; es

Meldepflichtiger

Quarantäneorganismus

Ausserhalb Ostasiens wurde der Asi-

atische Laubholzbockkäfer (ALB) erst-

mals 2001 in den USA und Österreich

entdeckt, eingeschleppt über Verpa-

ckungsmaterial aus China. Seither

wurde er in fast ganz Europa gefun-

den, in der Schweiz in Berikon AG,

Brünisried FR, Marly FR undWintert-

hur. Der ALB befällt ausschliesslich

Laubbäume und Sträucher, beson-

ders beliebteWirtsbäume sindAhorn,

Birke, Pappel, Platane, Rosskastanie

oder Weide.

Der ALB ernährt sich vom Holz und

legt seine Eier in ausgefressene Lö-

cher in der Rinde inTrichterform. Die

Larven fressen sich ihrenWeg durchs

Holz und verlassen den Wirt nach

zwei Jahren als Käfer durch ein 10 bis

15 Millimeter grosses Ausflugsloch.

Dieses Loch, zusammen mit den dar-

unterliegenden Bohrspänen, ist der

sicherste Indikator für einen Befall.

Der ALB ist ein melde- und bekämp-

fungspflichtiger Quarantäneorganis-

mus und dem kantonalen oder eidge-

nössischen Pflanzenschutzdienst zu

melden. Befallene Pflanzen müssen

gefällt, gehäckselt und verbrannt wer-

den. Benachbarte Bäume imUmkreis

von 500 Metern sind genau auf Befall

zu kontrollieren. Zuständig für die Be-

kämpfung sind die Kantone, der Bund

kann sie finanziell und beratend un-

terstützen.

LH

Hans Döbeli, einer von schweizweit drei

Spürhundeführern im Auftrag des Eidge-

nössischen Pflanzenschutzdienstes, ist seit

2013 im Einsatz. Hier mit Labradorhündin

Xina.

Bild: Lucas Huber

Anders als in China hat der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) in der Schweiz keine natür-

lichen Feinde. Ein Laubbaum ist für ihn «wie ein Chalet».

Bild: BAFU